Ein Monat in the Hai – und ich kann sagen: Wir sind angekommen! Zumindest fühlt es sich so an. Sogar Olivia hat die Eingewöhnung im Kindergarten mit Neugier und Offenheit gestartet. Wer hätte gedacht, dass das Kindergarten-Abenteuer in Shanghai so spannend wird? Aber lasst mich mal einen Schritt zurückgehen.
Kindergarten-Eingewöhnung oder wie ich es nenne: “Onboarding” in der DSS
Olivia hat Ende Jänner in der DSS (Deutsche Schule Shanghai) in der Elefanten-Gruppe ihren neuen Kindergartenalltag gestartet. Nach einem ersten Kennenlerngespräch mit den Pädagogen war für uns klar: Diese beiden wissen wirklich, was sie tun. Sie sind wahre Profis!
Ihr Alltag besteht oft daraus, Kinder willkommen zu heißen und wieder zu verabschieden – und das nach einem genau durchdachten Plan. Anfangs kam mir das fast wie ein streng durchgeplanter “Onboarding”-Prozess vor, aber ich nahm mir fest vor, auch in dieser Situation mein aktuelles Lebensmotto „nicht vor fürchten“ beizubehalten. Und siehe da: Alles lief viel entspannter als erwartet!


So starteten wir, getreu dem deutschen Plan, die Eingewöhnung. Und wie es bei Kindern in Olivias Alter so ist: Neugierig, anpassungsfähig und mit Begeisterung für alles Neue, meisterte sie Tag für Tag auf ihre ganz eigene Weise. Wir sind echt stolz auf sie!
Was uns anfangs noch wie ein komplexer Wochenplan vorkam, wurde für Olivia der neue, aufregende Kindergarten-Alltag: Bibliothek , Englisch
, Turnsaal
, Ateliertag
– für sie war jeder Tag ein kleines Abenteuer!

Ein paar Highlights, die auch mich als Mama beeindruckt haben:
• Bibliothek: Einmal pro Woche dürfen die Kinder in die Bibliothek, um neue Bücher für ihre Gruppe auszuleihen. Das Beste daran? Auch wir Eltern können nachmittags mit den Kids hingehen und bis zu 15 Bücher kostenfrei ausleihen. Klar, dass wir diese Möglichkeit bereits ausgenutzt haben!
• Englisch: Olivia ist ja noch ein blutiger Anfänger, aber Miss Bee, die Englischlehrerin, hat schnell ihre Neugier geweckt. Mit Liedersingen, Basteln und Spielen kommt Olivia gut zurecht – auch wenn sie aktuell noch mehr zuhört als spricht.
• Turnsaal (oder wie sie hier sagen: Sporthalle): Kein Wunder, dass Olivia das liebt – sie ist schließlich ein kleiner Wirbelwind.
• Ateliertag: Freitags dürfen die Kinder die verschiedenen Gruppenräume unsicher machen: Kinderdisco, Basteln, Malen, Verkleiden – und sie dürfen ihr eigenes Spielzeug mitbringen. Auch wenn Freitag noch nicht Olivias Lieblingstag ist, finde ich die Idee super.
Wenn das Wetter es zulässt, geht’s auch raus auf den Spielplatz. So hat Olivia schnell die ersten „neuen“ Freunde gefunden, und ich durfte mich auch schon mit ein paar netten Mamas unterhalten.



Luftqualität und Wetter in Shanghai: Ein Windstoß voller Überraschungen

Apropos Wetter: Das Thema Luftqualität beschäftigt uns hier öfter, besonders im Winter. In Shanghai haben wir hin und wieder Tage mit eher schlechter Luftqualität – nicht ideal, aber der Kindergarten prüft das täglich, auch dafür gibt es eine App. Dank eines Ampelsystems werden dann die Spielplatz-Zeiten angepasst. Zu Hause haben wir einen Luftfilter, der die Luft rein hält.
Und ganz ehrlich, hier ist mir schnell bewusst geworden, in welchem Land wir bis jetzt leben durften. In Österreich habe ich mir nie Gedanken über die Luftqualität gemacht, das war einfach selbstverständlich. Dafür sollten wir wirklich dankbar sein (kleiner Reminder an dieser Stelle )
Aber hier in the Hai habe ich mich ziemlich schnell an die Situation gewöhnt – man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben!
Generell haben mich schon viele nach dem Wetter gefragt. Wir haben tatsächlich schon fast alles durch: Von Schneeflöckchen (ganz selten in den letzten Jahren, wie uns gesagt wurde – aber es gab wirklich welche ;)) bis zu frühlingshaften 18 Grad, an denen wir im Pullover draußen waren.
Und ja, Regen
gab’s auch schon – was mich an meine eigene Kindheit erinnert, wenn ich mit Olivia in den „Latschen“ herumspringe.


Alltag und Freizeit: Zwischen Kultur, Fahrrädern und Fußmassagen
Und was machen wir sonst so? Unter der Woche besteht unser Alltag aus Kindergarten, Haushalt und – natürlich – Spielplatz-Dates. Für Christian ist die Arbeit der Hauptbestandteil des Tages.
Aber viele fragten mich im Vorfeld: „Was machst DU eigentlich in dieser Zeit?“ Ehrlich gesagt, ich weiß es immer noch nicht genau. Aber momentan finde ich die Ruhe ziemlich angenehm. Ich erkunde den Compound, lerne die Umgebung kennen und übe mich im „langsamen Gehen“. Das Gefühl, dass nichts drängt und ich Dinge machen kann, die früher immer unter Zeitdruck erledigt wurden, ist für mich ein völlig neues Gefühl. Und erstaunlicherweise komme ich gut damit zurecht und entdecke mich dadurch gerade völlig neu.
Also, an alle, die sich Sorgen gemacht haben: Mir geht es gut, und ich genieße diese Zeit wirklich sehr.
Am Wochenende ist hier alles ein bisschen anders als in Österreich. Zum Glück haben wir hier ein befreundetes Paar, das uns tatkräftig in the Hai willkommen heißt. Gemeinsam erkunden wir kulinarische Abenteuer (bis jetzt wirklich alles super lecker!) und haben schon allerlei Freizeitaktivitäten ausprobiert: Fahrräder (die überall auf der Straße bereitstehen), Eislaufen, Parks und natürlich die berüchtigten Indoor-Spielplätze und Shoppingmalls.





Hier gibt’s so viele Möglichkeiten, dass man auch mal überfordert sein kann mit der Auswahl. Und was ich – ohne Olivia und Christian – einmal ganz für mich ausprobiert habe, war eine Maniküre und Fußmassage. Mein Fazit: An den Service meiner Schwester kommen sie zwar nicht ran, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier schon sehr beeindruckend!
Vergangene Woche wurde im Kindergarten übrigens Karneval gefeiert – und Olivia war natürlich mit voller Begeisterung dabei. Ich vermute, dass ihr diese Feier-Gene wohl von Opa Fredi vererbt wurden, denn wer ihn kennt, weiß: Fasching ist für ihn immer ein Grund zum Feiern!

Auf 2 Rädern durch den Compound
Und zu guter Letzt: Ich bin jetzt auch mobil! Als wir das erste mal mit Regen in Berührung kamen und ich mir dann unseren Freund ein Didi rufen wollte und keines unmittelbar verfügbar war (weil bei Regen
ganz China mit Didis
fahren möchte) war für mich klar Laufen
im Regen mit Kinderwagen ist nicht immer eine Option – daher musste ein fahrbarer Untersatz her
– ein Fahrrad!
Zwar würde ich es mit diesem Fahrrad nicht in die Wachau schaffen, aber der Weg zum Kindergarten ist super machbar. Generell habe ich in Österreich nie so viel über das Fahrradfahren nachgedacht. In the Hai jedoch muss man besonders wachsam sein. Zwischen den Rollern, Mopedfahrern und den hektischen Straßen ist es eine Herausforderung, da hier gefühlt jeder für sich alleine kämpft und als Erster ans Ziel oder besser am Lieferziel ankommen möchte. Man muss die Ellenbögen ausfahren, aber mit dem Fahrrad ist man da leider eher der Zweite
. Also versuche ich, diese Taktik lieber nicht und bleibe vorsichtig – schließlich möchte ich weiterhin unfallfrei unterwegs sein. Jetzt eben mit Fahrrad
und nicht mehr mit meinem „Fussl-Mobil“!



In den kommenden Tagen bereiten wir uns auf Chinese New Year vor – ein riesiges Fest hier in Shanghai. Aber dazu erzähle ich euch nächstes Mal mehr.
Bis dahin – bleibt dran! Es kommen noch weitere Geschichten aus the Hai!


