Zwischen Koffein-Mut, Schnäppchenjagden und österreichischen Köstlichkeiten: Ein Wochenende mit familiärer Unterstützung in Shanghai

kanal spaziergang

Der nächste Besuch aus der Heimat ließ nicht lange auf sich warten – auch wenn es nur ein kurzes Gastspiel war, empfanden wir es als besonders schönes Wochenende! 😊

Anfang März verband mein Cousin Stefan seinen Business-Trip nach China mit einem kurzen Abstecher zu uns. Und wir waren natürlich ziemlich begeistert – nicht nur, weil er uns einen Koffer voll mit “allem, was wir aus Österreich vermissen“ mitgebracht hat (den seine Frau Irene mit viel Geduld für uns gepackt und besorgt hat!). Aber Irene ist nicht nur die “Heldin im Hintergrund” bei der Einfuhr von Lebensmitteln, sondern auch diejenige, die hinter dieser Website steckt! Sie hat mir geholfen, meine Gedanken in die Realität umzusetzen – dafür ein riesiges DANKESCHÖN an dieser Stelle! Ohne dich würde es bei Threeinthehai wahrscheinlich nicht so professionell laufen. Danke auch, dass du nicht nur Lebensmittel aus diversen Geschäften gesammelt hast, sondern mir immer wieder mit Rat und Tat zur Seite stehst! 💕

Aber zurück zu meinem Cousin – Irenes Ehemann – der, wie er selbst sagte, nie gedacht hätte, einmal seine Cousine in Shanghai zu besuchen. 😄 Als Stefan am Freitagabend in The Hai landete, hatte ich unser Gästezimmer schon vorbereitet. Voller Freude empfingen wir ihn – und 23 Kilo Köstlichkeiten aus Österreich, die er im Gepäck hatte. Da Stefan schon einmal in Shanghai war, konnten wir das typische Touri-Programm auf ein gemütliches Wochenende mit viel Zeit zum Quatschen, Essen und Herumspazieren (bzw. Radeln) konzentrieren.

Am Samstagmorgen begann das Abenteuer mit einem typisch österreichischen Frühstück bei uns zu Hause. Olivia konnte es kaum erwarten und wollte bereits um 6:00 Uhr nachsehen, ob wirklich der Papa ihrer besten Freundin im Gästezimmer liegt. 🥴

Nachdem wir unsere leeren Mägen mit einem „pikanten Frühstück“ gefüllt hatten, zeigte Olivia stolz ihre neuen Radfahrkünste, und danach machten wir uns auf den Weg in die City.

Zwischen T-Shirt-Designen und Kaffee-Premieren ☕️

Das Wetter war sogar besser als erwartet – also beschlossen wir, unsere Designer-Fähigkeiten auf der berühmten Anfu Road unter Beweis zu stellen. Hier kann man im Adidas-Shop nicht nur mit Perlen gepimpte Schuhe (die ich auch mal haben muss 😉) kaufen, sondern sich auch ein persönliches T-Shirt bedrucken lassen. Gesagt, getan – drei Nudelsuppen-Shirts später radelten wir mit den City Bikes weiter in Richtung Starbucks.

Aber nicht irgendein Starbucks! Nein, wir wollten zum größten Starbucks der Welt. ☕️ 🌍 ☕️ Die Starbucks Reserve Roastery ist mit einer Fläche von 2.700 m² ein wahres Erlebnis. Mit ihrer fast 30 Meter langen Kaffeebar kann man als Gast sogar direkt beim Kaffeerösten zusehen. ☕️

Auf dem Weg dorthin hatte ich beschlossen, dort auch einen Kaffee zu trinken, was ja grundsätzlich nichts Ungewöhnliches ist. Doch wenn man bedenkt, dass ich in meinem Leben noch nie einen ganzen Kaffee getrunken habe (ja, richtig gelesen ;)), ist es doch ein mutiges Vorhaben. Als wir dort ankamen, war es bereits nach 14 Uhr, und ich entschied mich, dass der zweite Kaffee meines Lebens vielleicht doch etwas zu viel wäre – nicht, dass das Koffein mich die ganze Nacht wachhalten würde. Also gönnte ich mir die altbewährte heiße Schokolade. 😌 Die beiden Männer genehmigten sich einen Kaffee, aber als Christian auf der Karte etwas mit Bier 🍻 entdeckte, wollte er bereits zwei Gläschen bestellen – bis mein Cousin nach einem prüfenden Blick feststellte, dass es sich um eine Mischung aus Kaffee und Bier handelte. 🍺 ☕️ Typisch Österreichisch – „Was der Bauer nicht kennt, trinkt er nicht.“ Also ließen sie es bleiben, und wir machten uns weiter auf den Weg zur Nanjing Road.

Auf der Suche nach einer Winterhaube im Frühling

Unsere Mission: eine Haube für die beiden Männer zu finden, weil es trotz Sonne doch kühler war, als gedacht. Doch unter all den Shops und Stores fanden wir nichts. (Für meine Kollegen: Alle Läden waren hier schon auf Frühling umgestellt, es gab keine Winter-Accessoires mehr! Vorbildlich, es war ja schon der 1. März, also offiziell Frühjahrsbeginn genau wie bei Fussl 😎)

Apropos Shops: Auf unserem Streifzug sind wir auch bei “The Louis” vorbeiflaniert – dem Louis Vuitton Flagship Store – wobei man das mit dem “Ship” hier durchaus wörtlich genommen hat.

Am Bund angekommen, genossen wir die Aussicht auf die Skyline und machten unter Tausenden von Chinesen ein Selfie – für unsere Familiengruppe. 📸 Danach wollten wir weiter ins „Lost Heaven“, ein tolles Restaurant am Bund. Doch als echte Österreicher waren wir – natürlich – überpünktlich, also entschlossen wir uns, noch einen kleinen Umweg über die Seitenstraßen zu machen. Und siehe da: Auf dem Weg fanden wir tatsächlich zwei Hauben in einem winzigen Souvenir-Laden, der so klein war, dass wir zu viert kaum reinpassten! Aber die Farbe Schwarz und Grau überzeugten neben dem Preis (35 RMB = knapp 4,5 €), und so waren die Männer glücklich, dass auch ihre Ohren bereit waren für eine Nacht in der City. 👒

Pünktlich zum Abendessen kamen wir bei unserem bereits reservierten Tisch im Restaurant an, um gemeinsam zu speisen. Olivia und ich machten uns nach dem leckeren Essen auf den Heimweg, während die beiden Männer noch einen „Ziager“ machten. 🍻 Bei uns im Mühlviertel nennt man das so, wenn man nachts um die Häuser zieht – also stand dem „Shanghai-Ziager“ nichts mehr im Weg. – Mit dem Satz „Ab 8:00 Uhr morgens nehmen Olivia und ich keine Rücksicht mehr auf die Lautstärke zuhause“ wollte ich den beiden Männern zwischen den Zeilen mitteilen, dass am Sonntag keine Zeit zum Ausruhen ist. 😜

Der Sonntagmorgen war ruhiger, aber zu meiner Überraschung nahmen sie sich wohl meinen kleinen Wink zu Herzen. So verbrachten wir noch gemeinsam einen kulinarischen Sonntag in verschiedenen Stadtteilen.

Am Montagmorgen verabschiedeten wir uns sehr wehmütig von meinem Cousin, der nun seine Arbeitsreise fortsetzte. Immerhin wissen wir, dass aktuell kein weiterer Besuch aus der Heimat geplant ist. Und so geht auch unser Alltag in Shanghai weiter.

Aber wer glaubt, es wird jetzt ruhig, der irrt sich! Bleibt gespannt – im nächsten Beitrag erzähle ich euch, auf was wir uns in den daruffolgenden Tagen vorfreuen durften. Unter dem Motto „Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude“ verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal. 😊

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