Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll – wir haben zuletzt wieder so viel erlebt. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, ging’s für uns nach Peking.
Wir sind dabei, unsere persönliche Must-Visit-Liste abzuarbeiten – denn als wir uns für unser Auslandsabenteuer entschieden haben, machten wir uns eine Liste mit Städten, Ländern und Sehenswürdigkeiten, die wir in der Zeit, in der wir in Asien leben, bereisen wollen.
Dass Peking natürlich auch draufsteht, ist nicht sonderlich verwunderlich – schon alleine, dass auf unserer beider Lebensliste die Chinesische Mauer steht, ist Grund genug, die Hauptstadt Chinas zu besuchen.
✈️ Anreise, Planung & perfektes Wetter
Gesagt, getan – nachdem das Flugticket günstiger war als das Zugticket, entschieden wir uns, mit dem Flieger anzureisen. Begleitet wurden wir auch von Olivias Kita-Freund und seiner Familie. Da sie ein kleines Kind hatten, machten wir nur die Mauer gemeinsam – alles andere in unserem Tempo und sie in ihrem.
Diesmal war ich mit den Wetterwünschen wesentlich aufmerksamer, und so hatten wir Kaiserwetter für unseren Trip: perfekte Temperaturen, keine Luftfeuchtigkeit. Wir fühlten uns beinahe wie in Österreich, wenn die Nächte kühl sind und der Tag angenehme 28 Grad hat.
Unseren groben Plan hatten wir im Vorfeld gebucht – Verbotene Stadt (Forbidden City) und Chinesische Mauer (Great Wall). Uns wurde geraten, Tickets vorab zu buchen und früh da zu sein, um Wartezeiten zu verkürzen. Gesagt, getan – immerhin sind wir mittlerweile auch draufgekommen, dass es Sinn macht, auf die Locals zu hören 😂😂.
🏯 Die Verbotene Stadt – Geschichte zum Anfassen
So starteten wir mit der Forbidden City, mitten in Beijing. Mit über 980 Gebäuden auf rund 720.000 Quadratmetern gilt sie als das größte Palastensemble der Welt. Die Verbotene Stadt ist eines der beeindruckendsten historischen Bauwerke der Erde. Sie diente fast 500 Jahre lang (1420–1912) als Kaiserpalast der Ming- und Qing-Dynastien und war das politische und zeremonielle Zentrum Chinas.
Die Architektur ist ein Meisterwerk traditioneller chinesischer Baukunst: rotes Mauerwerk, goldene Dächer, kunstvolle Verzierungen – alles symbolisiert Macht, Harmonie und kosmische Ordnung. Nur Kaiser, Familie und Hofbeamte durften hinein – daher der Name „Verbotene Stadt“.
Heute ist sie UNESCO-Weltkulturerbe und beherbergt das Palastmuseum. Mit diesem Besuch kann man richtig tief in die Geschichte und Kultur Chinas eintauchen.
Auch Olivia hatte Spaß und war wieder mal ein beliebtes Fotomodell 🙈🙈. Teilweise fragten die Leute, ob wir Fotos erlauben – was wir natürlich verneinten – und teilweise machten sie es „zufällig“ oder besser heimlich. Es ist immer noch befremdlich, wie europäische Kinder auf unsere Mitmenschen hier wirken und dass manche Leute so dreist Fotos machen.
Den Vormittag verbrachten wir dort – man hätte locker noch länger bleiben können, aber mit Kind war es genau richtig so.
🌿 Jingshan Park & erste Aperol-Enttäuschung
Mittag machten wir dann im Jingshan-Park, direkt gegenüber der Verbotenen Stadt. Hier ging’s hoch zum Wanchun-Pavillon (Pavillon der Ewigen Frühlingsfreude).
Von dort hat man einen der besten Ausblicke auf die gesamte Verbotene Stadt und die Skyline von Peking – wirklich richtig beeindruckend.
Unten im Park machten wir Mittagspause – die eher trocken ausfiel. Kein Bier 🍺 für Christian und schon gar kein Aperol 🍹 für mich. Ich dachte nicht, dass Aperol in Peking so Mangelware ist – im ganzen Urlaub habe ich nur ein Glas bekommen, und das erst am letzten Abend, und das auch nicht besonders gut 😂. Meine Leber dankt es mir bestimmt.
Im Gegensatz dazu: öffentliche Toiletten an jeder Ecke – kein Scherz, so viele habe ich noch nirgendwo gesehen 😂😂.
🏮 Altstadt-Vibes & Pekingente
Nach dieser etwas spärlichen Mittagspause machten wir uns auf den Weg nach Beijingfang und die angrenzende Dashilar Street. Hier bekommt man schon ein richtig gutes Gefühl für das alte Peking, ohne weit laufen zu müssen.
Gegen Abend schlenderten wir durch die historische Qianmen Street. Die Straße ist abends beleuchtet, es gibt eine historische Straßenbahn, viele Snackstände und richtig lebendige Atmosphäre.
Und dann natürlich: Pekingente 🦆 – denn wenn man die nicht in Peking probiert, wann dann?
Christian kannte sie schon und war weniger begeistert, aber wir wollten dieses kulinarische Erlebnis mitnehmen. Mein Fazit: Ja, Lieblingsessen wird’s nicht, aber ich hab auch schon schlimmeres gegessen 😂.
Somit ein weiteres Häkchen auf unserer Liste und wir gingen zufrieden ins Bett – bereit für das große Highlight: die Great Wall.
👂 Kleine Story am Rande (Ohrenreinigung inklusive 😂)
Ich finde ja generell, dass Christian immer nur das hört, was er hören möchte (vielleicht wie viele Männer 😄).
Daher kam mir das Angebot sehr gelegen, als ihn eine chinesische Frau in einem Innenhof ansprach und ihm die Ohren reinigen wollte. Er ließ sich tatsächlich darauf ein – und wir hatten beide eine Win-Win-Situation: er ein gutes Gefühl in den Ohren und ich nie wieder die Ausrede, dass er mich nicht hört 😂.
Diese Ohrenreinigung gibt es übrigens öfter und ist fast wie eine Massage in Thailand.
🧱 Die Chinesische Mauer – einfach sprachlos
Pünktlich holte uns unser Guide um 7:30 Uhr vom Hotel ab, und wir düsten 1,5 Stunden nach Mutianyu, wo wir das Seilbahnticket bereits gebucht hatten.
Schon auf dem Weg dorthin war klar: Das wird beeindruckend. Als wir den Pass hochfuhren, sahen wir die ersten Wachtürme – wirklich imposant. Kein Wunder, dass die Mauer zu den modernen 7 Weltwundern zählt und UNESCO-Weltkulturerbe ist.
Mit der Seilbahn ging es hoch, und dann standen wir da – einfach nur staunend. Diese Weite, diese Geschichte – kaum in Worte zu fassen. Wir gingen entlang der Mauer und kamen mit Schauen und Fotografieren kaum nach.
Die Chinesische Mauer erstreckt sich über mehr als 21.000 Kilometer durch unterschiedlichste Landschaften. Ihr Bau begann im 7. Jahrhundert v. Chr., und über Jahrhunderte wurde sie von verschiedenen Dynastien erweitert. Besonders während der Ming-Dynastie bekam sie ihre heutige Form mit massiven Steinmauern, Wachtürmen und Festungen. Sie diente dem Schutz vor Angriffen aus dem Norden, der Kontrolle von Grenzen und Handelsrouten. Bis heute ist sie ein Symbol für Chinas Geschichte, Ausdauer und Ingenieurskunst.
🎢 Abfahrt, Shichahai & perfekter Abschluss
Runter ging’s dann mit dem Sessellift – eigentlich wollten wir die Rodelbahn nehmen, aber 3 Stunden Wartezeit und Schneckentempo mit 100 Leuten vor uns? Nein danke 😂.
Also nahmen wir den etwas in die Jahre gekommenen 2er-Sessellift – definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst.
Danach kurze Mittagspause und zurück in die City, wo wir den Tag am Shichahai-See Revue passieren ließen.
Der See besteht aus drei verbundenen Seen und ist bekannt für seine Hutongs (enge traditionelle Gassen), kleine Bars und Cafés direkt am Wasser. Früher ein wichtiger Teil des Wasser- und Handelssystems, heute ein Ort zwischen Alt und Neu mit richtig viel Atmosphäre.
Boot fahren, treiben lassen, runterkommen – perfekter Abschluss für diesen Tag.
🧭 Fazit: Peking ist anders – und genau das ist das Schöne
Peking ist auch eine Millionenstadt, aber komplett anders als unsere Wahlheimat Shanghai. Die Gebäude sind niedriger und die alten Hutongs geben der Stadt diesen bestimmten “Vintage-Vibe”.
Abends sitzen die Menschen vor ihren Wohnhöfen, essen, reden, rauchen oder treiben gemeinsam Sport – man erlebt hier ein richtig lebendiges, herzliches Bild des Alltags.
Peking zeigte uns ein China, das wir so noch nicht kannten. Und das war wirklich besonders an dieser Reise.
Von Peking zurück übten Olivia bereits unseren ersten Flug „alleine“ denn Christian ist direkt weiter zu einem beruflichen Termin nach Bangkok geflogen.
Und nun zählen wir schon wieder die Tage, denn bald gehts auf Heimaturlaub nach Österreich! 🇦🇹 Wir freuen uns schon riesig auf Zuhause, darauf, alle wiederzusehen – und auch darauf, der Hitze hier in Shanghai zu entfliehen. 🥵😅
Bis bald!



































































































