Die Zeit der Sprachlosigkeit hielt nicht lange an, denn nach unserem tollen Muttertagsdinner füllte sich unsere Bildergalerie am Handy und Erinnerungen in unserem Kopf mit folgenden Ereignissen: Zum einen Partys und zum anderen ein Kurztrip.
🎂 Kindergeburtstag in Shanghai: Kleine Gäste, großes Spektakel
Wir beginnen mit dem Partythema. 🥳
Wie einige von euch wissen, hat Olivia im Mai Geburtstag und ob das nicht schon genug Aufregung wäre, war Olivia ein paar Tage zuvor ebenfalls bei ihrer Kindergartenfreundin zum Geburtstag eingeladen. Dies war eine völlig neue Erfahrung – für Olivia, aber auch für mich. Denn auch ein Kindergeburtstag bekommt in Shanghai eine völlig neue Bedeutung: Von einer Stylistin, die Haare und Make-up für die Mädels zauberte, bis hin zur Hüpfburg im Garten scheint hier fast alles normal zu sein.
Seit wann sind Kinderpartys eigentlich Großevents?
Wenn ich euch sage, dass ich nicht weiß, wer nach diesen paar Stunden fertiger war – Olivia oder ich 🫣 –, bestätigte sich für mich an diesem Samstag die Entscheidung, dass unsere Geburtstagsfeier zuhause aus gutem Grund nur auf 2,5 Stunden angesetzt war, komplett. 😅
Generell dachte ich, dass ich noch längere Zeit darum herumkommen würde, eine “richtige” Geburtstagsparty zu planen. Aber wenn hier permanent Einladungen für Kindergeburtstage reinflattern, war natürlich klar, dass Olivia sich zu ihrem 4. Geburtstag auch eine eigene Party wünscht. 😂
So lud Olivia ein paar Freunde zu einer Party bei uns zuhause ein – und wenn ich sehe, wie Olivia lächelt und sich freut, war es auf alle Fälle jede Mühe wert. 😍 Die Flasche Prosecco 🍾, die Christian und ich danach knallen ließen, war quasi nicht nur die Medizin, um unseren Blutdruck wieder zu senken, sondern auch die Belohnung dafür, dass wir die Party überstanden haben. 😌
Strahlende Kinderaugen und etwas weniger Action bei ihrer Party – dennoch passte diese Art, Geburtstag zu feiern, perfekt zu uns als österreichische Familie in Shanghai. Und am Allerwichtigsten: Olivia war überglücklich und richtig happy. 🫶
🏔️ Raus aus dem Partytrubel – ab in die Berge
Nach all den partytechnischen Ereignissen kam als nächstes ein Wochenende in den Bergen quasi wie gerufen. Aber vor lauter Partyplanung habe ich wohl vergessen, gutes Wetter im Universum zu bestellen (denn wer mich kennt, weiß, dass ich normalerweise immer gutes Wetter für Ausflüge bestelle). Diesmal leider Fehlanzeige. So war auch die Vorfreude etwas gedrückt, als im Wetterbericht für unseren geplanten Wochenendtrip 💯 Regen angesagt war.
Aber kurz noch zum Hintergrund, wie es überhaupt dazu kam: Seit einigen Wochen gehe ich regelmäßig zu Fitfam. Dies ist eine freiwillige Truppe, die dreimal die Woche irre früh gemeinsam HIIT-Trainings Outdoor machen (mit früh meine ich Dienstag und Donnerstag Start! um 5:45 Uhr und Samstag um 7:00 Uhr). Ich besuche übrigens meist die Samstagsrunde 😂
So erzählten sie, dass sie Ende Mai gemeinsam einen Wanderausflug in die Berge machen – genauer gesagt zum UNESCO-Weltnaturerbe Huangshan, auch Yellow Mountains genannt. Diese gehören zu den bekanntesten Gebirgen Chinas. Sie sind berühmt für ihre steilen Granitfelsen, alten Kiefern und das beeindruckende „Meer aus Wolken“. Die einzigartige Landschaft inspirierte über Jahrhunderte Künstler und wurde dann 1990 zum UNESCO-Welterbe erklärt.
Als ich davon hörte, dass es auch eine Family Tour gibt, und ich Christian davon erzählte, war auch er total begeistert. So war schnell klar: Das machen wir! Denn es geht kaum praktischer – einfach in den Bus einsteigen und quasi dem Guide hinterher. So buchten wir unseren Trip und fuhren am Freitagabend vier Busstunden von Shanghai nach Huangshan, an den Fuß des Berges, wo wir in einem sehr chinesischen Hotel eincheckten. Wir übernachteten nur dort, somit alles gut. 😇
Am nächsten Tag holte uns unser Guide Nick ab und wir fuhren zur Gondel, welche uns nach oben bringen sollte, da wir ja für die Family Tour angemeldet waren. Einige andere starteten wesentlich früher mit einer Hiking Tour – das bedeutet: acht Stunden und unzählige Treppen nach oben. 😅
Wie schon geschrieben, war ich mit der Wetterbestellung eher spät dran und so waren wir froh, dass es am Samstagmorgen mit etwas Sonnenschein und angenehmen 25 Grad losging. Doch dieses Wetter hielt nicht lange und der erste Nieselregen erreichte uns bereits beim Einsteigen in die Gondel. 🙈
Wir wollten uns aber die Stimmung nicht verderben lassen und so blieben wir positiv, denn es hätte noch schlimmer sein können. Wir wanderten von der Bergstation entlang in Richtung Hotel, wo wir die Nacht verbringen sollten. Die Wolkenfelder, von denen auch im Internet zu lesen war, zogen an uns vorbei und man konnte teilweise nur erahnen, wie wunderschön es hier ist.
Als uns aber unser Guide erzählte, dass es meist nur 80 Sonnentage pro Jahr hier oben gibt, waren wir zumindest nicht ganz so enttäuscht, dass wir scheinbar nicht zu den Glücklichen gehören, welche die Sonnentage genießen durften.
Spätestens als Christian hörte, dass es von der Regierung abhängig ist, wie viele Leute auf den Berg dürfen – und dies zwischen 8.000 und 30.000 Besuchern pro Tag variieren kann – war für uns ganz klar: lieber 8.000 Menschen und Nieselregen als 30.000 davon und von den Menschenmassen durchgeschoben zu werden.
So genossen wir die Natur und den Ausblick und waren stolz auf Olivia, wie fleißig und motiviert sie die Treppen hoch und runter marschierte. 🥾
Am Abend genossen wir das Buffet-Dinner ganz auf chinesische Art am Berg und waren froh, dass einige aus der Gruppe geübter waren und selbst Wein mit nach oben brachten, denn hier in China ist das mit Alkohol ja generell so eine Sache – kaum zu bekommen und wenn, dann warm und teuer. 😂
(Keine Angst, kaltes Bier 🍺 bekam Christian aber trotzdem ganz normal zu kaufen.)
Für Sonntagmorgen war eigentlich der Sonnenaufgang geplant, aber als es um 4:30 Uhr regnete, war für mich klar: Ich entscheide mich fürs Bett, anstatt mit geringer Wahrscheinlichkeit im Regen ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen.
Und so endete unser Trip am Sonntag früher als geplant und unter dem Motto „Es gibt nur schlechte Kleidung, aber kein schlechtes Wetter“ und wir marschierten zurück zur Bergstation. Denn bei Starkregen macht es keinen Spaß, am Berg herumzulaufen. Man konnte ohnehin nichts sehen und wir waren froh, dass wir am Samstag mehr Glück hatten, die Yellow Mountains zu genießen und etwas von der tollen Landschaft zu sehen. Der Vollständigkeit halber füge ich hier noch Fotos aus dem Internet ein, damit ihr seht, wie es bei gutem Wetter tatsächlich aussehen hätte können (und worauf wir uns gefreut hätten).
Zurück in Shanghai bin ich diese Woche sehr eingedeckt mit den Vorbereitungen für das große Schulsommerfest, denn seit ein paar Wochen bin ich im Event-Team der Schule und bin gespannt, was hier auf mich zukommt.
Bis bald! 👋







































