Mai in Shanghai: Zwischen Survival-Modus und Verwöhnprogramm

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Genau wie angekündigt: Ferien im Kindergarten.

Zwei Wochen Ferien für Olivia – viel Arbeit für Christian. Das heißt, Olivia und ich sind die meiste Zeit alleine zuhause. Grundsätzlich ist das nicht weiter schlimm, doch ein fast vierjähriges Kind mit Hummeln 🐝 unterm Hintern gehört irgendwie beschäftigt. Wenn dann das Wetter anfangs noch typisch April ⛅️🌧️☀️ im „China-Style“ ist – was so viel heißt wie: der eine Tag knapp 30 Grad, der andere 10 Grad und Regen ☔️ – wissen alle Mamis, was das bedeutet: Überlebensmodus an.

Überleben kann man hier in Shanghai auf alle Fälle, denn am Angebot diverser Aktivitäten für drinnen und draußen mangelt es nicht. Die Balance zwischen Überangebot und geplanter Langeweile ist ein Drahtseilakt. So versuche ich, nicht immer „on Tour“ zu sein, sondern auch Tage einzubauen, an denen wir „nur zuhause“ sind.

Doch auch das „nur zuhause sein“ ist für Olivia oft spannender, als sie es aus Österreich gewohnt ist. Immerhin wohnen viele ihrer Freunde gerade mal ein Stockwerk tiefer oder im Nebenwohnhaus. Daher will sie gefühlt bei jedem Wetter raus, um zu sehen, ob jemand draußen Rad 🚲 fährt, Roller 🛴 fährt oder Inline skatet.

Schlechtwetterprogramm à la Shanghai – oder: Meine Verwandlung zum “Autofreak” 🚗🤪

Und so komme ich zum Schlechtwetterprogramm: 🌧️ Weil es draußen regnete, fuhren Olivia und ich (mit Freunden) ins Shanghai Automuseum. Wer denkt, dass wir wegen Christian dorthin mussten, irrt sich – nein, wir haben einen kleinen Girlstrip gemacht. Und was soll ich sagen? Ich, die ich nicht gerade als Autofreak bekannt bin, fand es trotzdem ziemlich cool. Im Gegensatz zu meiner Mama sind Autos für mich normalerweise nur Mittel zum Zweck. Umso überraschter war ich, wie interessant ich es fand: Man schlendert spiralförmig über fünf Stockwerke nach oben und sieht die Entwicklung der Fahrzeuge über mehr als 100 Jahre – von der Kutsche bis zum vollautomatischen, solarbetriebenen „Auto“ ohne Lenkrad.

Obwohl Olivia mir nicht viel Zeit zum „Studieren“ der Autogeschichte ließ – sie hatte nämlich ein anderes Ziel – erkannte man dennoch das Konzept dahinter: Nicht nur Design, Kultur und Technikgeschichte der Autos, sondern auch der Einfluss auf Gesellschaft und Industrie.

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Nun zu Olivias Ziel, das sich im vierten Stock des Museums befand: Der MAGIC AUTO KIDS PARK. Was soll ich sagen? Seht euch die Bilder an! Ein wahres Paradies für Kinder: vom XXL-Bällebad über den Formel-1-Auto-Simulator bis hin zum Ausprobieren verschiedener Karrieremöglichkeiten – es fehlt an nichts. Olivia hat übrigens eine Liebe zur Kuscheltiermedizin entdeckt. Wir werden sehen, wie sich das in 20 Jahren entwickelt. 👩‍⚕️

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Mai-Feiertage zwischen sportlicher Famlienzeit und Menschenmassen

Das Wetter wurde zunehmend beständiger, und dank der Mai-Feiertage (1.–5. Mai) war Christian nicht die ganzen Ferien über unterwegs, sodass wir auch etwas Familienzeit genießen konnten. So erkundeten wir eine Seite des Huangpu-Flusses, die wir noch nicht kannten – unseren Freunden sei Dank, die uns immer wieder zu neuen Plätzen führen. Wir packten Olivias Fahrrad 🚲 ein und machten ihre erste richtige Fahrradtour entlang des Ufers. Mit der Fähre ⛴️ schipperten wir auf die andere Seite, fuhren bis zum Westbund und ließen den Tag bei leckerem Essen ausklingen. Olivia und ich machten diese Tour einige Tage später gleich nochmal, weil sie uns so gefallen hat. 😍

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Einen weiteren Tag der Public Holidays verbrachten wir in Zhujiajiao 🛶(ausgesprochen „Dschu-dschia-dschiao“). Dieses Wasserdorf im Westen von Shanghai wird oft als „Venedig von Shanghai“ bezeichnet. Ich hatte mir etwas in den Kopf gesetzt, und schwer fiel es mir, diesen Gedanken wieder loszulassen – zum Leidwesen von Christian. Obwohl uns alle Locals abrieten, an den Public Holidays großartige Sightseeing-Hotspots zu besuchen, setzte ich meinen Dickschädel durch und wir besuchten die Watercity. Wie erwartet waren wir nicht allein: gefühlt 10.000 andere Menschen hatten dieselbe Idee. 🫢 Unter dem Motto „Wer nicht hören will, muss fühlen“ versuchte ich, Christian bei Laune zu halten und hielt Ausschau nach einem Platz, wo er ein kühles Bier 🍺 genießen konnte – abseits der Menschenmassen.

Zum Glück 🍀 fanden wir in einem super netten und urigen Café einen Platz zum Sitzen und Verweilen. So blieb es eher ein kurzer Besuch in der rund 1.700 Jahre alten Water Town. Die Menschenmassen rissen uns über die berühmte Fangsheng-Brücke, wo wir auf die andere Seite flüchteten und uns auf einem Boot am Kanal entlangschippern ließen. Mit den Worten „Ich hab’s dir ja gesagt“ legten wir diesen Besuch beiseite und planen ihn an einem anderen Tag erneut – hoffentlich etwas gemütlicher, um Zhujiajiao richtig zu genießen, den Flair aufzunehmen und sich auch mit der Geschichte zu beschäftigen. Learning für mich: Es ist oft klüger, auf sein Herz zu hören als auf den Kopf.

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Unsere Freunde haben die Stimmung vermutlich bis ins Zentrum riechen können, und die Einladung zum Grillen 🍗 am nächsten Tag kam wie gerufen. Vermutlich war das das Einzige, was Christian an diesem Tag noch ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Die Vorfreude auf einen ruhigen Abschluss der Public Holidays mit Grillerei genossen wir in vollen Zügen – es fühlte sich sehr vertraut an, und wir alle genossen das leckere Essen abseits des Trubels und doch mitten in der Megacity.

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Lost in the City and Found in the Moment

Doch die Ferien waren für Olivia noch nicht zu Ende. So hieß unser Motto für die letzten freien Tage: Lost in the City and Found in the Moment. Zwischen diversen Aktivitäten hielten wir auch den Haushalt am Laufen und machten wieder neue Alltagserfahrungen. Christians Anzug, der nach den letzten Arbeitswochen dringend eine Wäsche nötig hatte, sollte in eine Reinigung. In Österreich wusste ich genau, wo ich hinmusste – der Perger Hauptplatz. Aber hier in Shanghai stellte sich die Frage: Wohin damit?

Mit ein bisschen sprachlicher Hilfe war es dann doch ganz einfach: Nicht unweit von unserer Wohnung gibt es eine Reinigung, die sich durch zwei wesentliche Punkte von der in Österreich unterscheidet: Preis und Service. Die sehr freundliche Dame versicherte mir, dass ich in Zukunft nur „schreiben“ müsse, und die Sachen würden abgeholt und nach der Reinigung zurückgebracht – kostenlos. Zweiter sehr wesentlicher Unterschied: Der Preis. Hier bezahle ich für die Reinigung eines Anzugs gerade mal 9 € (inklusive Abholung und Lieferung). In Österreich waren es, soweit ich mich erinnere, drei- bis viermal so viel. Dafür bekommt die Reinigung hier ein ganz klares JA 👍.

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Shanghai-Ferien mit Olivia bedeuten also eine Mischung aus Action, kleinen Abenteuern, chaotischen Momenten und überraschenden Entdeckungen. Genau die richtige Mischung für einen fast vierjährigen Wirbelwind – und für mich genug Stoff für Blogbeiträge.

Muttertag “in the Hai” 💝🥂

Abschließend möchte ich noch teilhaben lassen an dem leckeren Essen und dem Mega-Ausblick über die City. Christian und Olivia haben sich zum Muttertag wirklich ins Zeug geschmissen: vom selbstgemachten Frühstück zuhause bis zum 12 Stunden verspäteten Blumenstrauß. 💐 Große Augen machte ich dann am Abend, als wir ins Restaurant Mercato am Bund gingen – das Essen fantastisch, der Ausblick ebenso. Dankbar saß ich dort, ließ meine Gedanken schweifen und konnte dieses Gefühl kaum in Worte fassen.

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Mit diesem Gefühl der Sprachlosigkeit verabschiede ich mich – und kann nur eins sagen: Diese Wortlosigkeit wird nicht lange anhalten, wenn ich in unseren Kalender blicke, denn die Zeit bis zu unserem Heimaturlaub ist gut gefüllt.

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