Alltag in Shanghai – Von Lieferungen, Post-Abenteuern und Ostergrüßen aus der Ferne 📦🏤🐣🌸

paketverteilung moped

Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich den Door Delivery-Service schon wenige Tage nach unserer Ankunft in Shanghai extrem gefeiert habe? Das ist auch immer noch so – obwohl ich mir immer wieder Ziele setze, nicht bei jedem Gusto oder spontanen Kochidee direkt zu bestellen, sondern auch mal – wie in Österreich – mit dem Vorhandenen zu kochen. 😅 Aber bei der komfortablen Möglichkeit, alles binnen maximal einer Stunde an die Haustür geliefert zu bekommen, ist es gar nicht so einfach, dem zu widerstehen.

Abgesehen von Lebensmitteln ist auch die App Taobao (das chinesische Amazon – nur viel günstiger) eine echte Verführung. Hier hat man oft einen schnellen Finger bei der App, wenn es ums spontane Bestellen diverser Kleinigkeiten geht.

Was ich aber ziemlich beeindruckend finde, ist, wie die Lieferung hier funktioniert. Abgesehen davon, dass gefühlt jeder dritte chinesische Bürger als Bote oder Zusteller arbeitet, ist die Verteilung der Waren doch ein Erlebnis für sich. Die ersten Male wunderte ich mich immer, warum am Straßenrand Türme von Paketen 📦 liegen und was damit passiert. Doch als ich bei einem meiner Läufe rund um den Compound beobachten konnte, wie ein Lieferbus ankommt, unzählige Pakete an den Straßenrand kippt und die Rollerfahrer wie Ameisen 🐜 heraneilen, um Paket für Paket an die gewünschte Lieferadresse zu transportieren, staunte ich nicht schlecht. 😅

So ist es auch nichts Ungewöhnliches, dass man sonntags um 21:00, wenn man gemütlich auf der Couch sitzt, hört, wie eine fleißige Ameise 🐜 gerade ein Paket zustellt.

pakete strassenrand
pakete strassenrand2
paketverteilung moped

Auch die Zustellung per Didi (🚕) ist hier etwas völlig Normales. So bekam ich schon Bettwäsche von einer Freundin, die sie mir mit Didi-Kurier vorbeischickte. Oder wenn man etwas zurücksenden möchte, ist nicht der Weg zur Post üblich – der Kurier holt es direkt vor deiner Tür ab. Wirklich jede Kleinigkeit und jeder Betrag wird abgeholt. 🙈

Also ihr seht, dass ich hier von Services umgeben bin, an die man sich nur allzu leicht gewöhnen könnte. 😅

Mein Post-Abenteuer und die Herausforderung beim Versand nach Österreich 📯📦

So einfach es hier in Shanghai ist, Dinge herumzuschicken, so kompliziert wird es, wenn man etwas ins Ausland schicken möchte. Das durfte ich hautnah erleben und da es so kurios war, muss ich euch die Geschichte einfach erzählen.

Mein Vorhaben lautete, ein Paket 📦 nach Österreich zu senden. Also besorgte ich chinesische Schmankerl und packte sie fein säuberlich in einen Karton – natürlich ordentlich beschriftet. Dann suchte ich mir die nächstgelegene Post (was gar nicht so einfach war, sie zu finden). Als ich dort ankam, war die erste Hürde die Mittagspause: In Shanghai gibt es keine „richtige“ Mittagspause, bei der Post 📯 allerdings schon. 😅 So war ich gezwungen, zu warten, während ich mir den A** abfror.

Als dann endlich pünktlich (und keine Minute früher) die Tür geöffnet wurde, trat ich ein ins Postamt, wo mich eine eher unmotivierte Frau mit unmotivierter Körperhaltung an die Reihe nahm. Ziemlich normal, nahm sie eine Schere ✂️ zur Hand und schnitt ohne ein Wort das von mir liebevoll verpackte und bis zum letzten Platz gefüllte Paket auf. Auf meine Frage, warum sie das mache, zeigte sie nur mit dem Finger auf die Überwachungskamera 👀 – so konnte ich nur erahnen, dass sie kontrollieren und filmen, was in diesem Paket ist.

Alles ausgepackt, stopfte sie dann alles wieder rein und klebte es mit deutlich weniger Liebe wieder zu. Als sie mir sagte (oder besser gesagt: schrieb), dass die Sojasauce in dem Paket nur per Schiff (Dauer mindestens 4 Monate) versendet werden dürfe, beschloss ich, diese lieber im Juni persönlich mitzubringen – das geht vermutlich schneller und zuverlässiger. Also öffnete ich das Paket erneut. 🙈

Nun, dachte ich, es würde rasch gehen und das Paket würde den Weg nach Österreich nehmen. Doch so einfach geht das nicht: Als ich fragte, was das nun kosten würde, schaute sie auf eine Liste und wählte – ich denke – einfach den teuersten Preis für mich aus. Sie sagte mir, dass es 40 € kosten würde, dieses Paket zu senden. Das war wesentlich mehr als der Inhalt des Pakets wert war, also sagte ich ihr, dass ich es um dieses Geld nicht senden würde. Nach einem Hin und Her und gefühlt einer halben Stunde einigten wir uns dann auf 18 €, mit der Aussage, es würde etwa 25 Tage dauern. 🚢 📦 ✈️

Als nächstes musste ich ihr noch die Adresse per WeChat schreiben, damit sie sie eingeben konnte. Das habe ich gemacht und somit war es für mich erledigt. Am nächsten Tag kontaktierte sie mich über WeChat erneut und bat mich, die Adresse noch einmal zu kontrollieren. Sie schickte mir einen Zettel, auf dem sie die Adresse aufgeschrieben hatte. Nach kurzem Kontrollblick gab ich ihr das Okay. Wenige Minuten später bekam ich einen Link, mit dem ich das Paket verfolgen konnte.

Als ich den Link öffnete und sah, dass nicht „Austria“ 🇦🇹 sondern „Australia“ 🇦🇺 oben stand, bekam ich fast Schnappatmung, weil ich dachte, ich hätte diesen Fehler übersehen. Doch als ich die Nachrichten davor kontrollierte, stellte ich fest, dass es nicht mein Fehler war. 🤦‍♀️

Ich machte sie darauf aufmerksam, dass Australien 🇦🇺 nicht in der Nähe von Österreich 🇦🇹 liegt und sie das bitte ändern solle. Mit ihrer bisher bekannten Freundlichkeit kam als Antwort: „Das kann ich nicht!“ Ich gab ihr dann aber sehr deutlich zu verstehen, dass dies nicht mein Fehler war – und sie änderte es dann auf wundersame Weise.

Nun gilt es abzuwarten, ob und wann mein Paket 📦 in Österreich ankommt. Da wir aber nach mehreren Wochen einen Ostergruß von Olivias Großeltern erhalten haben, bin ich vorsichtig optimistisch, dass es mein Paket von China nach Österreich schafft. 🤞 Es ist wirklich verwunderlich, dass diverse Billiganbieter ihre Pakete in kürzester Zeit kostenfrei versenden, während es als Privatperson eine wahre Meisterleistung ist. Wir bleiben gespannt und ich halte euch auf dem Laufenden.

Ein Ostergruß aus Shanghai: Wie der Osterhase nach Shanghai kam 🐣

Und nun noch kurz zurück zu Ostern: Jetzt wisst ihr, warum ich unsere Ostergrüße nur per WhatsApp verschickt habe – alles andere hätte vermutlich bis Weihnachten gedauert. 😅

Zur Freude von Olivia hat es auch der Osterhase nach Shanghai geschafft. Olivias logischer Schlussfolgerung zufolge hatte der Osterhase, während in Österreich noch alle schliefen, genügend Zeit, ihre selbst gefärbten Eier und einen aus Österreich importierten Osterhasen zu verstecken. Das Wetter war bei uns nämlich am Osterwochenende durchgehend prima –> 25-29 Grad. Da mussten wir schnell suchen, damit die Schoko-Eier nicht schmelzen 🫠 oder die chinesischen Nachbarn die Nestchen nicht plündern, denn bei ihnen ist diese Tradition gar nicht bekannt. 🙂

schoko osterhase
ostereier
ostergruesse
ostergeschenke

Alles in allem hatten wir im Vergleich zu Österreich ein sehr ruhiges Osterfest, was zum einen ganz angenehm war, uns aber auch bewusst machte, wie schön und vor allem lecker Familienfeiern sein können. Ein Foto von einem gut gegrillten Kotelett 🥩 ließ uns das deutlich spüren. 🤤

In diesem Sinne, waren das ein paar Alltagsgeschichten von uns – bis bald und alles Liebe! 💐

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